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Kategorie

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Energieeffizienzsteigerung durch Umbau in einem Bestandsrechenzentrum

Michael Bölke
Geschäftsführung, Contabo GmbH

Contabo GmbH

Energetische Optimierung des Rechenzentrums der Contabo GmbH, München

Projektbeschreibung

Das von der Contabo GmbH in München betriebene Rechenzentrum bietet Platz für rund 4.000 Internetserver. Die bestehenden Anlagen zur Kälteversorgung waren zwar in voll funktionsfähigem Zustand, erforderten jedoch naturgemäß als konventionelle Kältemaschinen einen hohen Energie- und Wartungseinsatz. Im Jahr 2017 wurden die Kältemaschinen vollständig gegen eine Grundwasserkühlanlage ersetzt.

Zielsetzung

Bis zur energetischen Optimierung im Jahr 2017 betrug der PUE-Faktor des Contabo Rechenzentrums München 1,4. Zielsetzung der von Contabo durchgeführten, energetischen Optimierung war ein Austausch aller Kältemaschinen gegen eine Grundwasserkühlanlage, so dass ein PUE-Wert von 1,1 erreicht wird. Der laufende Rechenzentrumsbetrieb durfte dadurch weder unterbrochen noch negativ beeinflusst werden.

Innovation

– Nur zwei Pumpen mit insgesamt 20 kW Stromaufnahme versorgen das Rechenzentrum mit Kälte; Strombedarf Kältemaschinen zuvor: > 100 kW.
– Sonst bestehen primär keine elektrischen Anlagen, so sinkt die Anzahl der Fehlerquellen.
– Die Herstellungskosten amortisieren sich nach 3 Jahren durch die 5 x geringere Energieaufnahme.
– Umweltfreundlich: Das Grundwasser fließt unverändert ins Erdreich zurück.

Mehrwert

Der PUE-Wert des RZ München konnte von 1,4 auf unter 1,1 gesenkt werden, gleichzeitig wurde die Kühlleistung erhöht. Bislang für Lastspitzen der Kältemaschinen im Hochsommer reservierte Stromkapazität konnte für die Unterbringung hunderter neuer Server im RZ genutzt werden. Der Strombedarf zur Kühlung des gesamten Rechenzentrums ist erstmals vernachlässigbar – ganzjährig.

Warum sollte dieses Projekt den Award gewinnen?

  • Dank der Grundwasserkühlung entfallen konventionelle Kältemaschinen, einzige Energieverbraucher sind 2 Pumpen – selbst bei direkter Außenluftnutzung ist dies im Hochsommer nicht möglich.
  • Durch die Umsetzung der Grundwasserkühlung konnte der PUE-Wert des Rechenzentrums von ca. 1,4 auf unter 1,1 gesenkt werden, der Strombedarf der Kälteversorgung reduziert sich um 80%.
  • Die Maßnahme wurde trotz des hohen Genehmigungs- und Planungsaufwandes nicht gescheut. U.a. wurde ein Grundwassermodell mit Prognose der thermischen Fahne und eine wasserchemische Analyse erstellt.
  • Die bestehende RZ-Infrastuktur – z.B. Rohre und Umluftkühler – wurde soweit wie möglich wieder verwendet, so dass die Amortisationszeit der Maßnahme bei lediglich 3 Jahren liegt.